Ein Lachs?

Gattungen und Unterarten der Lachsfische entlang des Polarkreises wurden nach wesentlichen genetischen Merkmalen und Eigenschaften untersucht, gelistet und aufgezeichnet.

Zum Durchbruch verhalf dann Anfang der Achtzigerjahre Universitätsprofessor H. Pohlhausen an der Universität in Hamburg. Seine Untersuchungsergebnisse waren überzeugend. Eine Lachsfischart hob er weit über alle anderen Lachsarten hervor, den „Salvelinus lepeschini“ (unser Alpenlachs). Wegen seiner speziellen Färbung verwendete er den internen Arbeitstitel „Kavalierlachs“.

Dieser aus der Region um Spitzbergen stammende Fisch zeichnet sich dadurch aus, dass er bis zu einer Wassertemperatur knapp oberhalb des Gefrierpunktes Nahrung aufnimmt. Da er den ganzen Winter über gefüttert werden kann, hat er in den Sommer- und Wintermonaten eine gleich bleibende Fleischqualität.

Einige wenige Exemplare des damals ausgewählten Stammes kamen über Schweden nach Österreich und entwickelten sich dort hervorragend. Der schwedische Herkunftsort ist zwischenzeitig zu einer Zweigniederlassung bei der selektiven Ei- und Setzlingsproduktion geworden. Das genetische Ursprungsgebiet erstreckt sich heute entlang des Polarkreises bis Island und Grönland.

Aus dem Pool der Elterntiere werden in jeder Generation selektiv die optimalen Paare ausgewählt. Die Entwicklung der Eier wird, wo erforderlich, ähnlich wie in der Humanmedizin per Ultraschall beobachtet. Die geschlüpften Brütlinge werden je nach Familie getrennt und in Aufzuchtbecken zu Jungfischen entwickelt. Dieses Verfahren schafft von Generation zu Generation wertvollere „Kavalierlachse“ und damit einen deutlichen Entwicklungsvorsprung.

Der Eismeersaibling „Salvelinus lepeschini“ stammt aus dem eisigen Norden und braucht zum Überleben hohe Anteile an wertvollen Omega-3 DHA Fettsäuren. Dank einigen tausend Jahren Evolution und seiner speziellen Genetik ist es ihm möglich, diese Fettsäuren selbst zu erzeugen. Man zählt ihn nicht zuletzt deshalb zu den wertvollsten Fischen, die es überhaupt gibt. Obwohl seine Aufzucht bis zur Lachsgröße in Aquakulturanlagen wegen seiner besonderen Anforderungen als unmöglich galt, bildet dieser Fisch heute den hervorragenden Genpool von Alpenlachs.